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Offener Brief an das Universitäts-Klinikum Eppendorf zum tödlichen Angriff auf Tonou-Mbodba

Hamburg, 27.04.2019

OFFENER BRIEF AN DAS UNIVERSITÄTS-KLINIKUM EPPENDORF

zum tödlichen Angriff auf Bruder Tonou-Mbobda durch „Security-Kräfte“ des UKE

Am 21.04.2019 kam es im UKE zu einem gewalttätigen Übergriff durch drei „Security-Kräfte“ gegen den Patienten Tonou-Mbobda aus Kamerun, in dessen Rahmen ihm auch gegen seinen Willen eine Spritze injiziert worden ist.
Der Betroffene musste im Anschluss eine Stunde lang reanimiert werden, es kam zwischenzeitlich zum Herzstillstand, und er lag seit der Reanimation in einem künstlichen Koma.

Am heutigen Freitag, 26.04.2019, ist er verstorben.

Der Übergriff trug sich am Vormittag des 21.04.2019 in der Psychiatrie (Gebäude W37) des UKE zu. Am Morgen wollte er die ihm verordneten Medikamente nicht einnehmen und begab sich aus dem Gebäude heraus.
Laut Augenzeug_innen saß er dann draußen auf einer Bank und entspannte sich. Er hatte kein aggressives Verhalten gezeigt, als ihn die Sicherheitsdienst-Mitarbeiter anpackten und zu Boden warfen. Weiter berichten die Augenzeug_innen, dass er mit Knien traktiert und getreten wurde, bis er das Bewusstsein verlor und dann noch eine Spritze verabreicht bekam. Außerdem wurde er am Boden fixiert und gewürgt. Er beklagte sich keine Luft zu bekommen.

Patient_innen hatten aufgrund der Schwere der Tat und der Bedrohungslage die Polizei verständigt, auch das LKA erschien vor Ort. Das Gebäude wurde kurzfristig abgesperrt.
Ein Arzt versuchte zunächst für ca. 20 Minuten direkt vor dem Gebäude erfolglos ihn wiederzubeleben, bevor Herr Tonou-Mbobda in einem Krankenwagen – in dem die Reanimation fortgesetzt wurde – in die Notfall-Intensivstation des UKE verbracht wurde.

Die drei „Security-Kräfte“ liefen den ganzen Tag über weiter frei durch das Gebäude, wodurch sich Patient_innen bedroht fühlten.

Diese Tat hätte jede_n von uns als Schwarze Menschen treffen können, denn solche Situationen finden viel zu oft statt und spiegeln die rassistische und menschenverachtende Wahrnehmung gegenüber Schwarzen Menschen als „aggressiv“, „gewalttätig“ und somit generell verdächtig wider, denen unabhängig von äußeren Umständen oder persönlichen Situationen eher mit tödlicher Gewalt als mit Mitgefühl begegnet wird.

Wir fordern ein Ende der rassistischen Praktiken des UKE und der entsprechenden Straflosigkeit für die Täter*innen. Strukturelle Gewalt gegen Schwarze Menschen nimmt uns unsere Würde und steht im Widerspruch zu unseren Grund- und Menschenrechten.
Diese Art von Gewalt ist auch im UKE kein Einzelfall: Wir erinnern an Bruder Achidi John, der im Dezember 2001 durch eine Ärztin des UKE zu Tode gefoltert wurde. Hierbei wurde ihm gewaltsam ein Brechmittel durch eine Sonde eingeflößt. Bis heute wurde keine verantwortliche Person dafür zur Rechenschaft gezogen.
Überdies findet im UKE die rassistische Altersfeststellungspraxis statt, die minderjährige Geflüchtete unter Generalverdacht stellt und häufig zur Verweigerung ihrer besonderen Schutzrechte führt.

Herr Tonou-Mbobda wandte sich freiwillig an den offenen Bereich der Psychiatrie-Klinik und hätte dementsprechend auch jederzeit die Klinik wieder verlassen können. Es ist erlaubt und normal, dass Patienten auf dem Gelände ausgehen.
Neben den verfassungsmäßigen Rechten auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit, welche u. a. auch die „Freiheit zur Krankheit“ beinhalten, besteht auch die höchstrichterliche Rechtsprechung, dass eine Zwangsbehandlung gegen den ausdrücklichen Willen des Betroffenen als letztes Mittel grundsätzlich nur mit einem richterlichen Beschluss möglich ist. Eine Zwangsbehandlung, die derartig gewaltvoll ist, ist davon allerdings keineswegs gedeckt!

Die beteiligten Ärzt_innen wussten direkt nach der Tat von der Lebensgefahr und den geringen Überlebenschancen des Herrn Tonou-Mbobdas. Sie stellten dennoch bewusst keine Mühen an, die Familie zu kontaktieren, da sich aus ihrer Sicht die „Situation erstmal beruhigen sollte“. Erst durch das Engagement der Black Community wurden Familien-Angehörige benachrichtigt, die seitdem auch permanent vor Ort sind.

Ein derart gleichgültiges Verhalten gegenüber einem Patienten und seinen Angehörigen kann nur als menschenverachtend eingeordnet werden.

Wir fragen uns und die Verantwortlichen am UKE:
– Wie kann es sein, dass derart gewaltbereite Sicherheitskräfte, die von Patient_innen als „grundsätzlich eskalativ“ beschrieben werden, in einer so hochsensiblen Umgebung nach Belieben Gewalt ausüben können?
– Wie kann es sein, dass am helllichten Tage, psychisch belastete Menschen Opfer und Zeug_innen einer derartigen Straftat werden?
– Wie kann es sein, dass die Patient_innen selbst auch noch die Polizei verständigen müssen, weil sich das verantwortliche Krankenhauspersonal nach Einschätzung der Zeug_innen „komplizenhaft“ verhält?
– Wie kann es sein, dass Zeug_innen Repression und Einschüchterungsversuchen ausgesetzt werden, wenn sie sich für ihre Mitmenschen und für Gerechtigkeit einsetzen?

Zeug_innen, die im offenen Bereich der Psychiatrie des UKE auf unterschiedlichen Stationen untergebracht sind, berichteten, dass sie von der Polizei als Zeug_innen nicht ernst genommen worden sind. Jeder Versuch die Wahrheit kundzutun, wurde im Krankenhaus selbst mit Einschüchterungsversuchen und Androhungen von Verweisen aus der Klinik oder Verabreichung von beruhigenden Medikamenten beantwortet.
• Wir fordern ein Ende der Stigmatisierung und Erniedrigung psychisch erkrankter und traumatisierter Menschen.
• Wir fordern eine psychologische Versorgung und die Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse der Augenzeugen sowie ein Ende der Repressionen und Einschüchterungen gegen sie.

Die Umstände und Verantwortlichkeiten, die zum Tod von Herrn Tonou-Mbobda geführt haben, müssen rückhaltlos aufgeklärt werden:
• Wir fordern eine umfassende, öffentliche und zeitnahe Stellungnahme des UKE zu dem gewalttätigen und letztlich tödlichen Übergriff sowie eine umfassende rechtsmedizinische Aufklärung der Todesursachen.
• Wir fordern eine sofortige Suspendierung der gewalttätigen „Sicherheitskräfte“ und interne wie gerichtliche Ermittlungen gegen sie.
• Wir fordern, dass auch die an der tödlichen Körperverletzung beteiligten Ärzt_innen, Pfleger_innen sowie politisch Verantwortliche zur Verantwortung gezogen werden.
• Wir fordern ein Ende jeder entmenschlichenden und menschenverachtenden Praxis gegenüber allen Menschen und Patient_innen im UKE.
• Wir fordern die Polizei und Justiz auf, das Verbrechen vollständig und umfänglich aufzuklären. Insbesondere rassistische Motive müssen dringend untersucht werden.

Wir fordern auch die Medien, die breitere Gesellschaft und Öffentlichkeit auf, sich zu solidarisieren. Dieser Vorfall darf weder verschwiegen werden, noch sollen Unwahrheiten oder ein stigmatisierendes Bild über den Toten verbreitet werden.
Wir verurteilen die Tat aufs Schärfste und fordern Respekt und Gerechtigkeit für Herrn Tonou-Mbobda.

Fragt im UKE nach und fordert Gerechtigkeit!
Telefonnummer & Mailadresse der Pressestelle des UKE:
+49 (0) 40 7410 -56061
presse@uke.de

Touch ONE – Touch ALL!

Unterzeichnet:
-Black Community in Hamburg
-Black Community in Deutschland

Mitunterzeichnet:
-Africa United Sports Club e. V.
-Afrika Unite! Study Collective
-ARRiVATi
-CECAM e.V.
-Ta Set Neferu
-Initiative in Gedenken an Oury Jalloh
-Black Student Union Bremen
-Sipua Consulting
-Black History Month, Hamburg
-African Home
-Black Media Group
-Tschobe für Freedom
-Lampedusa in Hamburg
-ASUIHA
-Alafia, Afrika Festival
-Arca Bildungszentrum e.V.
– Akonda Eine-Welt-Cafe
-Asmara Refugees Support
-AICC-Afro International Culture Center
-ISD Bund
-ISD Hamburg
-ISD Lüneburg
-Taiyo Sports Center
-TopAfric Radio
-AGNA e.V.
-African Heritage
-ARMH e.V.
-FemcamH e.V.
-Lessan e.V.

Let’s talk about Police Violence! Internationaler Tag gegen Polizeigewalt am 15. März

Laye-Alama Condé! Oury Jalloh! Yaya Jabbi! Amad Ahmad! Christy Schwundeck! Achidi John!

Diese traurige Liste lässt sich unendlich erweitern. So viele Menschen sind – nicht nur in der BRD – von der Polizei und Justiz misshandelt, ermordet und getötet worden. Hinzu kommen Tausende, die von gewaltsamen Übergriffen der Polizei betroffen waren und sind. Tausende, die der Schikane und der Diskriminierung durch die Polizei wieder und wieder ausgesetzt sind.

Weil sie in den Augen der Polizei „anders“ sind, „kriminell“, und „die Sicherheit“ gefährden: Menschen mit (vermeintlichem) Migrationshintergrund, prekär lebende und obdachlose Menschen, Sexarbeiter*innen, Menschen jenseits der Gendernorm, linke Aktivist*innen, Menschen, die für krank erklärt werden.

Wenn Personen durch die Polizei ums Leben kommen, werden die Umstände selten und nur durch großen gesellschaftlichen Druck aufgeklärt. Den gibt es leider kaum. Polizist*innen genießen große Macht und Integrität und bewegen sich in einer Gesellschaft, die selbst von Rassismus, Sexismus und hierarchischem Denken durchzogen ist. Die meisten Menschen schauen weg und glauben, dass die Polizei schon das Richtige tut. Oder schlimmer noch, sie rufen lauthals nach der Staatsautorität.

Und die Tendenz des autoritärer werdenden Staatsapparats ist für Viele spürbar. Wir erinnern uns an die massive Polizeigewalt gegen die G20-Proteste 2017 in Hamburg. Gleichzeitig werden linke Medien verboten, selbstorganisierte Räume gerazzt und die in einigen Bundesländern bereits eingeführte oder bevorstehende Polizeigesetzverschärfung wird die Befugnisse der Polizei und Justiz massiv erweitern und es nahezu unmöglich machen, sich gegen Polizeigewalt zu wehren. Derweil werden extrem rechte Gruppen und rechte Bewegungen in Deutschland von der Polizei und dem Verfassungsschutz aufgebaut und gedeckt. Erst kürzlich erhielt eine Anwältin aus Frankfurt am Main Drohbriefe des so genannten NSU 2.0. Die Daten, die für dieses Bedrohungsszenario verwendet wurden, stammten aus einer polizeilichen Datenbank. Die Polizei ist – wie andere mit Autorität ausgestattete Berufsgruppen auch – ein Anziehungspunkt für Rechte.

Wir werden immer wieder mit Lügen abgespeist: Es gibt kein rassistisches profiling, denn es ist verboten. Es gibt keinen strukturellen Rassismus sondern nur Einzelfälle. Polizeimaßnahmen werden so durchgeführt, wie die Situation es erfordert. Die misshandelte Person war ein Gefährder. Was die Polizei tut, ist objektiv richtig.

Es gilt, Polizeigewalt sichtbar zu machen, die Systematik im Vorgehen von Polizei und Justiz offen zu legen und die Position der Betroffenen zu stärken! Wir wollen den 15. März als Internationalen Tag gegen Polizeigewalt etablieren. Bereits 1997 wurden auf Initiative des C.O.B.P. (Collectif Opposé à la Brutalité Policière) aus Montréal und der anarchistischen Gruppe “Black Flag” aus der Schweiz Aktionen initiiert. Seitdem gehen am 15. März jährlich weltweit Menschen auf die Straße, um von der Polizei misshandelten und getöteten Menschen zu gedenken und sich gegen Polizeigewalt zu wehren. Sie möchten ein Zeichen setzen. Ein Zeichen der Solidarität, ein Zeichen der Wachsamkeit, ein Zeichen des Mahnens und ein Zeichen des Gedenkens.

Wir kämpfen solidarisch gegen die Schikane und der Repression durch die Polizei. Wir wehren uns, wenn die Polizei gegen uns vorgeht, weil wir nicht in das Raster des „braven“ Bürgers passen. Weil wir aufgrund von Merkmalen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft entsprechen, von der Polizei in ein Milieu eingeordnet werden, das ihrer Meinung nach potentiell kriminell ist und deshalb zumindest überwacht, wenn nicht gar bestraft gehört. Wir gehen Seite an Seite wenn die Polizei uns durch häufige Kontrollen, Durchsuchungen und Anzeigen immer wieder zeigt, dass sie uns auf dem Kieker hat und uns ihre Macht demonstriert. Unsere Solidarität wird diese Zustände nicht in die Knie zwingen, aber wir beziehen Position gegen Verhältnisse, die zu Viele als normal betrachten.

Wir rufen auf zur Wachsamkeit. Zu viele schauen weg. Zu viele denken, dass die Polizei alles aus einem legitimen Grund tut. Dass es so etwas wie Zwei-Klassen-Denken in der Polizei nicht geben kann. Aber nein, in einer Gesellschaft, in der es darum geht, Privilegien durch Ausgrenzung und Ungleichverteilung zu schützen, in der die Gleichwertigkeit von Menschen nichts zählt, darf man nicht davon ausgehen, dass die Polizei objektiv handelt. Im Gegenteil – die Polizei handelt auf Grundlage von rassistischen Gesetzen, von Gesetzen, die Eigentum schützen, von Gesetzen, die bestimmen, welches Gewerbe illegal ist, von Gesetzen, die verbieten, Geld jenseits des offiziellen Arbeitsmarktes zu verdienen und von Gesetzen, die emanzipatorischen Aktivismus verbieten. Und dabei ist sie ausgestattet mit aller Staatsmacht und unterliegt kaum Rechtfertigungsdruck, weder von Seiten der Justiz, noch aus der Gesellschaft. Wir aber gucken der Polizei auf die Finger!

Wir möchten an diesem Internationalen Tag gegen Polizeigewalt mahnen! Wir möchten der Polizei und allen, die ihr applaudieren, sagen, dass wir begreifen, was vor sich geht. Dass wir nicht einverstanden sind, mit dem, was da vor sich geht. Dass wir es nicht zulassen, dass Menschen misshandelt, geprügelt und ermordet werden. Wir wissen, je mehr wir hinschauen, je mehr wir uns gegen euch wehren und uns miteinander verbinden, desto mehr Repression haben wir von euch zu erwarten. Da machen wir uns keine Illusionen. Aber ihr werdet es nicht verhindern können!

Und wir möchten gedenken. Wir denken an all jene, die durch Polizisten weltweit verletzt, getötet und ermordet wurden. Die meisten von ihnen haben bis heute keine Gerechtigkeit erfahren. Wir dürfen diese Menschen nie vergessen!

Lasst uns unseren Protest lautstark und kreativ kundtun. Am 15. März und an jedem anderen Tag, hier und überall auf der Welt! Startet Aktionen an eurem Wohnort, tut euch zusammen, solidarisiert euch und werdet laut!

Aktionsbündnis 15. März

* Wir sind ein Bündnis aus unterschiedlichen bundesweiten Gruppen, die zum Thema Polizeigewalt und Rassismus in der Polizei arbeiten: KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) & CopWatch.

Kontakt und weitere Infos: https://buendnis1503.blackblogs.org/

Vortrag 100 Jahre Abschiebehaft

In ganz Deutschland werden immer mehr Abschiebeknäste errichtet. In Dessau wird eine ehemalige JVA umgebaut. Die Landesregierung NRW hat gerade erst beschlossen Deutschlands größte Abschiebehaft, die UfA Büren, weiter auszubauen. Obwohl bereits zwei Haftanstalten existieren, plant Bayern zwei weitere – jeweils größer als Büren. Doch wer glaubt, Abschiebehaft sei ein eher jüngerer Trend, irrt, denn sie hat eine lange Geschichte in Deutschland. Bereits 1919 wurde die Abschiebehaft in das staatliche Repressionsinstrumentarium gegen nicht erwünschte Menschen aufgenommen.

Am 02.03.19 um 18:00 Uhr wird die Initiative 100 Jahre Abschiebehaft diese Geschichte in ihrem Vortrag näher beleuchten und wird dabei sowohl auf die antisemitischen Ursprünge als auch ihre heutige rassistische Praxis eingehen. Der Vortrag ist Teil einer Kampagne zum einhundertjährigen Bestehen und gegen das Fortdauern der Abschiebehaft in Deutschland, die am 31.08.2019 in einer Großdemonstration gegen Abschiebehaft in Paderborn münden wird. Die Veranstaltung findet im BDP Haus in Bremen statt (Am Hulsberg 136, 28205 Bremen) und der Eintritt ist kostenlos.

http://100-jahre-abschiebehaft.de

Cop Map – Interaktive Karte zu Polizeipräsenz jetzt online

Drohende Gefahr
Cop Map – Melde Cops in deiner Nähe

Body-Cams, präventive Überwachung deiner Kommunikation und Datenmanipulation, DNA-Analysen für Racial Profiling und unbegrenzte präventive Haft ohne Pflichtverteidiger*innen: das neue Polizeiaufgabengesetz (PAG) in Bayern hat es in sich. Aber nicht nur Bayerns Polizei wird aufgerüstet. Deutschlandweit werden derzeit die Befugnisse der Polizei extrem ausgeweitet. Zentral für die Rechtfertigung der Polizeieingriffe in die Grundrechte von Menschen ist unter anderem das vage Konzept der „drohenden Gefahr“.

Eine „drohende Gefahr“ ist, was die Polizei als potentiell gefährlich einstuft, auch ohne konkreten Anlass. Damit wird Polizeiwillkür noch mehr Tür und Tor geöffnet.

Die Polizei wird selbst zu einer Gefahr für Grundrechte, für Freiheit und Demokratie. Für bestimmte Menschen war sie das schon immer, spätestens ab jetzt stellt sie aber für alle eine Bedrohung dar. Es ist Zeit für eine Solidarisierung! Darum starten wir die Cop Map. Hier kannst du Polizeipräsenz und Kontrollen in deiner Nähe melden, sehen und vermeiden.

Die Copmap funktioniert überall, weltweit.

Generell gilt: Bleib wachsam und biete deine Unterstützung an, wenn du Vorfälle von Polizeigewalt siehst. Falls du Opfer oder Zeug*in von Polizeigewalt wurdest, kannst du dich an unterstützende Organisationen wenden.

https://www.cop-map.com/

*LET‘S TALK ABOUT POLICE BRUTALITY! * Demonstration am 15.03.18



*Gemeinsam gegen jegliche Form von Repression und Polizeigewalt *


*Demonstration am 15.03.2018 zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt 


17:30 Uhr @ Ziegenmarkt Bremen

Vor dem Steintor, Anfahrt: Straßenbahn. 10, 2, 3 Haltestelle Sielwall


Die gegenwärtige Entwicklung von Repression und Polizeigewalt gegenüber
marginalisierten Menschen sowie emanzipatorischen Projekten, linken
Aktivist*innen und linken Medien zeigt sich in brutalen Polizeiangriffen
oder durch Razzien und juristischem Vorgehen gegen Personen oder
Gruppen. Die Polizei ist nicht nur Erfüllungsgehilfe für rassistische
Praxen sondern hat auch Morde und Tötung in Polizeigewahrsam zu
verantworten. Nicht nur in Deutschland werden Menschen zu Opfern von
Schikane, Diskriminierung und gewaltsamen Übergriffen der Polizei -
Weltweit sind Menschen mit (vermeintlichem) Migrationshintergrund,
Schwarze, prekär lebende und obdachlose Menschen, Sexarbeiter*innen,
Menschen jenseits der Gendernorm, linke Aktivist*innen und Menschen, die
für krank erklärt werden, von gewaltsamen Übergriffen der Polizei
betroffen. Zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt wollen wir
gemeinsam auf die Straße gehen, ein starkes Zeichen gegen
Polizeiwillkür, Rassismus, Gewalt und Repression setzen und uns für
solidarische Perspektiven einsetzen. Kommt alle zur Demo am 15.03.2018
um 17:30 @ Ziegenmarkt Bremen. Danach wird es noch Essen im Sielwallhaus
geben und eine Solikneipe im ZAKK.


Bündnis Internationaler Tag gegen Polizeigewalt Bremen


 

 

Veranstaltungsreihe zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt in Bremen

Hallo alle!
Im Rahmen des Internationalen Tags gegen Polizeigewalt am 15.03.2018
laden wir euch zu folgender Veranstaltungsreihe von Februar bis Mai 2018
ein.

Let‘s Talk About Police brutality!
English below

–> Samstag 03.03.18 – 11:00-16:00 Uhr, Jugendhaus Buchte / Buchtestraße 14/15 HB WORKSHOP: WAS TUN …..? – BEI RASSISTISCHEN POLIZEI-KONTROLLEN

Wir möchten in einem geschützten Austauschraum uns über unsere Erfahrungen mit der Polizei austauschen und gemeinsam Strategien entwickeln, mit denen wir uns gegen Polizeigewalt wehren können. Das Ziel ist es, solidarische Stärke zu vermitteln. Eingeladen sind Menschen mit und ohne Erfahrung rassistischer Polizeigewalt. Die Gruppe wird sich auch Menschen mit Migrationsgeschichte, Schwarze Menschen und People of Color zusammensetzten.

Sprachen
Wir bieten den Workshop auf deutscher und englischer Sprache an. Gerne kümmern wir uns um Übersetzungen in beispielsweise Französisch, Türkisch, Farsi, Arabisch oder Rumänisch. Bitte sagt uns rechtzeitig Bescheid, welche Übersetzung Du benötigst.

Anmeldung bitte unter: kop-bremen@riseup.net

–> Donnerstag 15.03.2018, 17:30 h Ziegenmarkt Bremen
KUNDGEBUNG ZUM INTERNATIONALEN TAG GEGEN POLIZEIGEWALT

Gegen Polizeigewalt gemeinsam auf die Straße gehen!
Mit anschließender Küfa und abends Soli-Kneipe im ZAKK.

–> 17.03.18 – 14 Uhr, Gänsemarkt Hamburg.
UNITED WE STAND! Gemeinsam gegen Repression und autoritäre Formierung – Antirepressionsdemo in Hamburg

Seit den Ausschreitungen gegen den G20-Gipfel in Hamburg letztes Jahr sitzen noch immer Menschen in Haft. Am 17. März wollen wir gemeinsam nach Hamburg fahren, um unsere Wut über die Zuspitzung der Verhältnisse, über die Repression der Polizei, über die Kriminalisierung widerständiger Bewegungen und und und … auf die Straße zu tragen. Gleichzeitig wollen wir unsere Solidarität mit den Gefangenen ausdrücken.

Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise: 17.03.2018. 12:10 Uhr HBF HB, Infopunkt (Zug um 12:33)
Demo-Aufruf und mehr Infos @unitedwestand.blackblogs.org

–> Donnerstag 12. 4. – 19 Uhr, Paradox. „POLIZISTEN MORDEN, DER STAAT SCHIEBT AB“Institutioneller Rassismus und die Rolle der Polizei. Eine Veranstaltung von KOP Bremen – Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt

Institutioneller Rassismus – ein sperriges Wort und ein komplexer Begriff. Was ist das eigentlich? Und was hat das mit der Polizei zu tun? Was hat die Polizei mit Asylpolitik zu tun? Bei dieser Veranstaltung
werden Schlaglichter geworfen auf die rassistische Praxis der Polizei. Und wir wollen uns anschauen, wie die Polizei zum Erfüllungsgehilfen für Kapital und nationale Abschottung wird.

–>T.B.A. Transformative Justice Kollektiv Berlin – Workshop: In our hands: Community Accountability im Kontext von sexualisierter Gewalt und_oder Gewalt in nahen Beziehungen

Was bedeutet Verantwortlichkeit in deiner community, deiner Szene, deinem Umfeld? Was bedeutet verantwortliches Handeln im Kontext von sexualisierter Gewalt und_oder Gewalt in nahen Beziehungen? Was würdest du machen, wenn etwas gewalttätiges oder verletzendes passiert zwischen Freund_innen, Kolleg_innen oder Mitaktivist_innen einer Gruppe, der du angehörst? Haben du und deine Freund_innen oder deine Politgruppe einen Plan, wie damit umgegangen wird, wenn die gewaltausübende Person euch
bekannt ist oder nahe steht? Wie kann die betroffene Person unterstützt werden?

„Community Accountability“ ist ein Konzept, dass von Black und PoC-Organisationen in den USA wie „Incite! Women of Color Against Violence“ entwickelt wurde um Unterstützungs- arbeit, Präventionsarbeit, Arbeit mit gewaltausübenden Personen und politischen Aktivismus miteinander zu verbinden. Diese Teilbereiche der Arbeit gegen sexualisierte Gewalt/Beziehungsgewalt finden in einem durch das Umfeld
organisierten und kontrollierten Prozess statt, da staatliche
Institutionen wie Polizei und Justiz primär unterdrückende Strukturen und Gewalt aufrechterhalten anstatt diese zu verändern. Die Referent_innen sind vom Transformative Justice Kollektiv Berlin

Weitere Info’s gibt es hier:
https://www.transformativejustice.eu/de/

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As part of the International Day Against Police Violence on 15.03.2018
we invite you to the following series of events from february to may
2018.

Let’s talk about police brutality!

–> 03.03.18, 11:00am – 4:00pm „Jugendhaus Buchte“ Bucht Strasse.14/15 – Workshop: What to do? Strategies against racial profiling.

Moving freely in a city or from on city to another city is a white privilege. The possibility of People of Color and Black people being victims of racial profiling is most likely. You think that’s no coincidence. You know that this is unfair and you believe that has something to do with your appearance and your skin color. You are sure that the police control is racially motivated, but you do not know what
you can do (against). You’re annoyed and / or worried that something will happen to you if you get involved with the police. You want to fight back – but how?

As part of the Day Against Police Violence, held in March, we would like to offer a space where victims or potenzial victims can exchange their experience and learn from another what it means to move through a city with the fear of being potentially controlled at any time. In this workshop we want to share experiences and develop strategies to fight back. The goal is to convey solidarity. Invited are people with and without experience of racist police violence. The group will also include people with migration history, Black people and People of Color. Languages: If you need translation into turkish, france, farsi, arabic or rumanian pleace contact us in advance!

Since this is a workshop that aquires a high level of concentration and empathy the there will be only space for a max. of 15 participants please contact us in advance in order to sign up for the workshop: kop-bremen@riseup.net

–> 15.03.2018 – International Day against Police Brutality
5:30pm,“Ziegenmarkt“. Demonstration.

Taking our protest on the streets! Food and get-together in ZAKK afterwards.

–> 17.03.18, 2pm, „Gänsemarkt“ Hamburg. UNITED WE STAND! Stand up against repression and authoritarian formation! Demonstration against repression.

Since the G20-summit in Hamburg there are still activists imprisoned. The police brutality and repression was and is unreasonable at just shows how fare right the german state has moved. We want to show our anger, about the current pinched circumstances of police brutality and the governmental criminalisation of left activist, emancipatory and progressiv projects and marginalised people has to stop! We want to show or solidarity with the imprisoned and criminalised activist.

Further information: unitedwestand.blackblogs.org. Please inform yourself about possibilities to go to hamburg together in advance.

–> 18.03.18 – International Day for political imprisoned persons amongst others: concert of „Argus“ in the evening in „Schlachthof“. Organized by Rote Hilfe e.V.

–> 12.4. – 7pm, „Paradox“. „Police kills, state deports“ – Institutional racism and the role of the police. Organized by „Flüchtlingsinitiative Bremen“ and „KOP Bremen“ (KOP Bremen – Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt)

Institutional racism is a complicated thing. We want to explain its meaning and what it has to do with the police. And we want to discuss, what police has to do with asylum politics. We will take a look into the work of the police and how it helps the capitalist nation.

–>T.B.A. WORKSHOP – IN OUR HANDS: Community accountability in the context of sexualized violence and violence in close relationships.

What does accountability mean in your ‚community‘, your scene, your environment? What does responsible action mean in the context of Sexual violence and violence in close relationships? What would you do when something violent or hurting happens between friends, colleagues or co-activists of a group that you belong to? Do you and your friends or
your political group have a plan how to deal with it when the violent person is close? How can the affected person be supported? ‚Community Accountability‘ is a concept used by Black and PoC organizations in the US such as „Incite! Women of Color Against Violence“ and was developed to combine support work, prevention work, work with violent people, and political activism. These sections of the
work against sexualized violence / relational violence take place in a process organized and controlled by the direct environment, as state institutions such as the police and the judiciary maintain primarily oppressive structures and violence rather than changing them. The speakers are from the Transformative Justice Kollektiv Berlin.

More information can be found here:
https://www.transformativejustice.eu/de/

Flyer deutsch –> KOP_va-reih_de, Flyer arabisch –> KOP_va-reih_arab, Flyer französisch –> KOP_va-reih_frz, Flyer englisch –> KOP_va-reih_eng

In rememberance of Jaja Diabi – Demo gegen Polizeigewalt, rassistische Kontrollen und Inhaftierung

Am Samstag, 18.06.16 ab 13 Uhr am Park Fiction, Fischmarkt, 20359 Hamburg

KOP Bremen unterstützt den Aufruf der Veranstalter zum Gedenken an Jaja Diabi:

GENUG IST GENUG!
Nein zu Diskriminierung und Kriminalisierung!

Wir sind solidarisch mit der Familie und demonstrieren in Gedenken an Jaja Diabi, der im Alter von 21 Jahren am 19. Februar 2016 in der Haft gestorben ist. Wir sehen die Verantwortung für seinen Tod bei diesem System und seinen Vertreter_innen, denn er starb nach einer Festnahme durch die Polizei und in den Mauern der deutschen Justiz. Es muss aufhören, dass massenhaft rassistische Kontrollen durchgeführt werden, Menschen in Gefängnisse gebracht werden und gar dort sterben. mehr lesen

7. Januar 2016: Gedenkaktion zum 11. Todestag von Laye Condé

Donnerstag, 7. Januar 2016 | 17 Uhr | Goetheplatz

Am 7. Januar 2005 starb der aus Sierra Leone geflüchtete Laye Alama Condé an den Folgen einer zwangsweisen Vergabe von Brechmitteln im Polizeirevier Bremen-Vahr. Bereits 2002 war in Hamburg der Nigerianer Achidi John im Zuge einer Brechmittelvergabe gestorben. Zwischen 1992 und 2005 wurde allein in Bremen in über 1.000 Fällen Brechmittel verabreicht, fast ausschließlich an Schwarze, mit zum Teil gravierenden gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bezeichnete die zwangsweise Vergabe von Brechmitteln im Jahr 2006 als Verstoß gegen das Folterverbot. Erst seitdem wird sie nicht mehr angewandt. Continue reading

Was tun…? Workshop gegen rassistische Polizeigewalt

Samstag 14.11 2015 12-18 Uhr Jugendhaus Buchte für potentielle Zeug_innen und
Sonntag 15.11 2015 12-18 Uhr Jugendhaus Buchte für potentielle Betroffene

die Situationen sind allen bekannt. Vor allem an Bahnhöfen, in Zügen, aber auch in der Fußgängerzone der Innenstadt werden auffallend häufig vermeintlich nicht-deutsche von der Polizei kontrolliert. Ein Eingreifen scheint nötig, aber es gibt Zweifel. Wie ist eigentlich die Rechtsgrundlage? Was ist vorher passiert? Wie verhalte ich mich den kontrollierten Personen gegenüber richtig? Continue reading